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Yünan / Kunming / Bambus-Tempel
Wenn dieser Tempel nach seiner wichtigsten
Eigenart benannt worden wäre, müsste er Lehm-Statuen-Tempel,
nicht Bambus-Tempel heissen. Insgesamt gibt es etwa 500 dieser
Statuen, alle in "Lebensgrösse". Die Statuen waren
Ende des 19. Jahrhunderts von dem chinesischen Bildhauer Li Guangxiu
und seinen Studenten kreiert worden, und in gewisser Weise erinnern
sie an Figuren des spanischen Künstlers Dali. Gesichter sind
oft mit viel Liebe zum Detail ausgestaltet
aber sie sind
nicht einfach nur realistisch, sondern oftmals surrealistisch.
Unter anderem gibt es Buddha-Figuren, die stehend auf allem möglichen
Getier reiten, darunter Hunde, Schildkröten und sogar eine
Garnele.
Wie in Karikaturen, sind oftmals einzelne Körperteile
der Statuen völlig überproportioniert dargestellt. Zu
der Zeit als Li Guangxiu die Figuren schuf, war die chinesische
Öffentlichkeit für diese Art moderner Kunst noch nicht
reif. Li Guangxiu bekam nach der Arbeit am Bambus-Tempel nur noch
wenige Aufträge.
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