Vietnam / Hué

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Die Stadt

Hué in Zentral-Vietnam war die Hauptstadt der Nguyen-Dynastie, die von 1802 bis 1945 über Vietnam herrschte. Allerdings war die Souveränität Vietnams während der Herrschaftsperiode der Nguyen-Dynastie für fast 100 Jahre eingeschränkt. Denn nachdem die Franzosen 1859 Saigon erobert und 1862 ihre Kolonie Cochin China im Süden Vietnams eingerichtet hatten, fuhren sie 1883 mit einer Flotte vor der Küste Hués vor und zwangen den vietnamesischen Kaiser Hiep Hoa, französische Oberhoheit über ganz Vietnam zu akzeptieren.

Die Franzosen teilten danach das Land verwaltungsmässig in die Kolonie Cochin China (im Süden) und die Protektorate Annam (Zentral-Vietnam) und Tonkin (Nord-Vietnam) auf. Der vietnamesische Kaiser durfte aber im Amt bleiben, und der kaiserliche Hof nahm weiterhin diejenigen Regierungsmassnahmen wahr, für welche die französischen Kolonialherren sich nicht selbst interessierten. Im Laufe der Jahrzehnte höhlte dieses Arrangement jedoch die Bedeutung des kaiserlichen Hofes für den vietnamesischen Staat immer mehr aus. Als am 24. August 1945 der letzte Nguyen-Kaiser, Bao Dai, abdankte, hatte dies für die politische Situation im Lande praktisch keine Relevanz.

Mit einer Bevölkerung von rund 350.000 ist Hué für vietnamesische Verhältnisse heute keine besonders grosse Stadt. Sie ist aber überaus reich an historischen Sehenswürdigkeiten, und dies, obwohl sie mehr als jede andere vietnamesische Stadt im Vietnam-Krieg gelitten hat.

Hué ist bekannt für regnerisches Wetter. Die Regenzeit dauert überdurchschnittlich lange, von Mai bis Dezember, und selbst in der sogenannten trochenen Jahreszeit kommt es immer wieder zu Regenfällen.

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Attraktionen in Hué

Kaiserliche Stadt

Die kaiserliche Stadt, eine quadratische Zitadelle mit einer Seitenlänge von etwa 600 Metern, ist Hués wichtigste historische Sehenswürdigkeit - und wahrscheinlich die wichtigste historische Sehenswürdigkeit in ganz Vietnam. Die kaiserliche Stadt wurde von 1804 an genau nach dem Vorbild der Palast-Stadt in Beijing gebaut. Ein etwa quadratischer innerer Bezirk mit einer Seitenlänge von etwa 300 Metern ist die Verbotene Stadt, in der nur der Kaiser und sein unmittelbarer Hof sich aufhalten durften. Die gesamte kaiserliche Stadt ist von einer 7 bis 10 Meter dicken, hohen Mauer umgeben. Die innere Verbotene Stadt ist nochmals von einer rund einen Meter dicken Mauer umfasst. Allerdings wurden die Gebäude innerhalb der Verbotenen Stadt während der kommunistischen Tet-Offensive und der Rückeroberung Hués durch die südvietnamesischen und amerikanischen Truppen im Jahre 1968 weitgehend zerstört.

Kaiser-Grabstätten

Rund um Hué, hauptsächlich aber südlich der Stadt, liegen die Grabstätten der Nguyen-Kaiser und zahlreicher kaiserlicher Familienangehöriger und Palastbeamter. Einige der Mausoleen und Grabstätten wurden während des Vietnam-Krieges stark beschädigt oder zerstört. Als schönstes Mausoleum gilt die Grabstätte des Kaisers Minh Mang, der bis 1840 herrschte. Sein Mausoleum, das in den Jahren 1841 bis 1843 gebaut wurde, liegt etwa 12 Kilometer südlich der Stadt.