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Thailand

Reise-Informationen / Medizinische Versorgung

Daß das staatliche Gesundheitswesen längst nicht so ausgebildet ist wie in europäischen Nationen, hat Auswirkungen auf das Zusammenleben. Auch in Thailand sind sich die Menschen der Tatsache bewußt, daß sie plötzlich schwer erkranken könnten und dann der Hilfe und Pflege von Mitmenschen bedürfen. Um solchen Fällen vorzubeugen, braucht jeder einzelne den solidarischen Rückhalt bei Mitmenschen, und da dieser in Thailand weit weniger als in Europa in Form einer anonymen staatlichen Organisation besteht, ist es nur logisch, daß der einzelne diesen Rückhalt in der Familie, besser noch in der Groß-Familie, sucht und tatsächlich auch findet. Denn nicht auf Grund romantisch-ideologischer Theorien vom Werte der Blutsverwandtschaft haben thailändische Familien ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, sondern weil sich die Solidarität in der Groß-Familie als Überlebensstrategie für jeden einzelnen bewährt.

In Thailand geht man auch heute noch davon aus, daß jeder einzelne einer Groß-Familie angehört, und daß diese das soziale Netz strickt, in das der einzelne bei schwerer Krankheit oder im Alter zurückfallen kann. So sehr wird erwartet, daß sich die Familie um den erkrankten einzelnen kümmert, daß es dem ausländischen Besucher, der ein Einzelner ohne Groß-Familie ist, so erscheinen muß, als seien Gesundheitseinrichtungen in Thailand manchmal nachlässig im Umgang mit Patienten.

Es wird zum Beispiel in einfachen Krankenhäusern als so selbstverständlich vorausgesetzt, daß sich stets Familienangehörige um die Pflege eines Patienten mitkümmern, daß Krankenschwestern es oft nicht als ihre Aufgabe ansehen, einem bettlägerigen Patienten bei der täglichen Toilette zu helfen.

Ungläubigkeit ernten Sie, wenn Sie einem Thai erzählen, daß es in europäischen Krankenhäusern Besuchszeiten gibt, und mit Kopfschütteln reagiert er, wenn Sie ihm mitteilen, daß selbst die engsten Verwandten in einem europäischen Krankenhaus nicht über Nacht beim Patienten bleiben können.

Wie anders ist das doch in thailändischen Krankenhäusern. In Privat- oder Halbprivat-Zimmern gibt es immer Pritschen, damit Familienangehörige beim Patienten übernachten können, und selbst in den Stationssälen der staatlichen Krankenhäuser, in denen oft 20 und mehr Patienten liegen, schlafen Familienangehörige beim Patienten - wenn?s sein muß eben auf einer Bastmatte auf dem Boden.

Meist ist es nicht nur einer, der bei einem erkrankten Familienangehörigen weilt, oft sind es zwei oder drei Personen. Und die sorgen für die Verpflegung, bringen sie mit von zu Hause oder kaufen sie in den billigen Restaurants und Straßenküchen, die es oft im Umkreis von Krankenhäusern gibt.

Qualitätsgefälle

Im medizinischen Standard gibt es in Thailand zwischen Provinz und Großstadt einen noch viel größeren Unterschied als in Europa. In kleinen Provinzkrankenhäusern werden nur kleinere Operationen ausgeführt. In Bangkok dagegen gibt es einige Kliniken, die auf westlichem Niveau sind.

Arztpraxen

Privaten Krankenhäusern sind in der Regel etliche Arztpraxen zugeordnet. Die Ärzte in diesen Praxen sind entweder Angestellte des Krankenhauses oder aber nur Mieter. Haben eingemietete Ärzte aber einen stationär zu behandelnden Fall, dann nutzen sie ein Bett des Krankenhauses. Sie nutzen auch die zentralen Diagnose-Geräte und das Labor. Der Patient hat dann eine aufgeschlüsselte Rechnung zu begleichen, zusammengesetzt aus den Standard-Gebühren des Krankenhauses und dem Honorar des Arztes, das dieser selbst festlegt. Ist der Arzt ein Angestellter des Krankenhauses, so berechnet das Krankenhaus ein standardisiertes Arzthonorar.

Es gibt natürlich auch Arztpraxen (eine ärztliche Praxis heißt in Thailand auf englisch Clinic) außerhalb der Krankenhäuser. Allerdings haben die Ärzte, die eine Praxis in einem großen privaten Krankenhaus unterhalten, in der Regel mehr Berufserfahrung. Daß sie die zentralen Einrichtungen des Krankenhauses mitnutzen können, ist ebenfalls von Vorteil. Praxen außerhalb der Krankenhäuser sind mit modernem Gerät oft nur spärlich ausgerüstet.

Die meisten thailändischen Ärzte, insbesondere aber diejenigen, die in den Touristenvierteln praktizieren, sprechen ausreichend englisch, um mit solchen ausländischen Patienten zu kommunizieren, die ebenfalls englisch sprechen. Patienten, die nicht oder nur wenig englisch sprechen, mögen es vorziehen, einen Arzt aufzusuchen, der ihrer eigenen Sprache mächtig ist. Einige ausländische Ärzte, beziehungsweise thailändische Ärzte, die andere Fremdsprachen als Englisch sprechen, sind in Bangkok (in alphabetischer Reihenfolge):

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Thus, they can receive accurate information and can also be engaged in a process that encourages them to develop their own solutions to everyday dilemmas associated with SRH.


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http://www.asiatour.com/thailand/d-02reis/dt-rei12.htm
Jan Garanoz
869/116 Thanon Pemavipat,
Chiang Rai, 57000 Thailand
Created: September 1, 1995
Last updated: January 30, 2010