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Jan Garanoz
Thanon Pemavipat
Chiang Rai, 57000
Thailand


Thailand / Reise-Informationen / Einkaufen / Gold

Thai-Gold ist zwar nicht jedermanns Geschmack, da es sehr viel gelber ist als europäische Goldlegierungen. Im Gegensatz zu Edelsteinen und Edelstein-Schmuck ist der Kauf von Goldschmuck in Thailand jedoch alles in allem eine risikolose Angelegenheit und ausserdem eigentlich immer ein gutes Geschäft.

Dies ist der Fall, weil in Thailand Goldschmuck quasi eine Ersatzwährung ist, in der viele Leute ihre Ersparnisse anlegen. Als Käufer von Goldschmuck hat man in Thailand eine sehr viel bessere Kontrolle über den Wert des Stückes, das man kauft, als dies irgendwo in Europa der Fall wäre, und Goldschmuck ist in Thailand auch fast immer billiger.

Eine bessere Wertkontrolle hat man in Thailand, weil sich der Preis von Goldschmuck stets aus zwei Komponenten zusammensetzt: dem Preis für das Metall und dem Preis für die Anfertigung des Schmuckstücks.

Der Handel mit Goldschmuck wird in Thailand entschieden dadurch erleichtert, dass fast alle Gold-Schmuckstücke in wenigen Standard-Gewichten angefertigt werden. Die Grundgrösse ist dabei das Gewichts-Baht, das nicht mit der thailändischen Währung, dem Baht, zu verwechseln ist. Ein Gewichts-Baht hat genau 15,16 Gramm. Das ist unwesentlich mehr als eine halbe Feinunze (troy ounce, 31,103 Gramm), die international gängige Gewichtseinheit für Gold.

Goldschmuck wird in Thailand meist so gefertigt, dass er entweder ein halbes Baht, ein Baht oder zwei Baht wiegt.

Traditionelle Goldläden in Thailand fungieren eigentlich weniger als Einzelhandelsgeschäfte im eigentlichen Sinne, sondern eher wie Börsen - und als Pfandhäuser. Es wird nämlich keineswegs einfach nur Goldschmuck verkauft, sondern auch Goldschmuck zurückgekauft oder als Kollateral für Kleinkredite entgegengenommen. Zu erkennen sind die traditionellen Goldläden, von denen die allermeisten in chinesischem Besitz sind, an der typischen roten Dekoration.

Wie schon oben erwähnt, setzt sich in traditionellen Goldgeschäften der Preis eines Schmuckstücks aus dem Preis für das Metall und aus dem Preis für die Anfertigung zusammen. Für die Anfertigung der Schmuckstücke werden sehr niedrige Preise verlangt. Bei den meisten Schmuckstücken liegt der Preis für die Anfertigung (making charge) bei rund 150 Baht. In der Chinatown von Bangkok, wo es besonders viele Goldläden gibt, beträgt die Anfertigungsgebühr oft sogar nur 125 Baht.

Wenn in Touristenbezirken ein gesplitteter Preis für Goldschmuck verlangt wird, liegt die Anfertigungsgebühr oft höher, etwa um die 250 Baht (etwa 17 Mark).

Wie an den Metallpreisen für Schmuckstücke erkennbar ist, operieren die traditionellen Goldläden in Thailand mit überaus niedrigen Profitmargen. Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: Am 2. Dezember 1991, berechneten die Goldläden in Bangkok bei einem Schmuckstück von genau einem Baht Gewicht einen Materialpreis von 4650 Baht (Währung). Der gängige Rückkaufswert war 4550 Baht. Bei einer Anfertigungsgebühr von 150 Baht heisst dies: ein Goldladen verkaufte ein Schmuckstück von einem Baht Gewicht zu 4800 Baht (4650 Baht für das Metall, 150 Baht für die Arbeit), hätte das selbe Schmuckstück aber am selben Tag für 4550 Baht zurückgekauft.

Die Handelsspanne beträgt also insgesamt nur 250 Baht - also nur rund 5 Prozent. Bei welcher anderen Ware, bitteschön, ist die Handelsspanne so gering? Und welche andere Ware, bitteschön, kann man jederzeit dort wo man sie gekauft hat oder bei irgendeinem anderen Laden der selben Branche zurückgeben - und bekommt dabei nur 5 Prozent auf den gegenwärtigen Neupreis abgezogen? Goldschmuck ist wirklich ein Dauer-Gelegenheitskauf in Thailand.

Und um wieviel teurer als Barrengold ist thailändisches Schmuckgold? Am 2. Dezember 1991 betrug der internationale Mittelkurs für eine Feinunze Gold laut Bangkok Post vom 3. Dezember 1991 genau 368,25 US-Dollar. Der Mittelkurs für den Dollar war an diesem Tag 25,43 Baht. Das übersetzt sich in einen Mittelkurs von 9346,59 Baht pro Feinunze Gold, oder 4551,78 Baht (Währung) pro Gewichts-Baht.

Nun ist zwar Thai-Gold reiner als das in Europa gängige Schmuckgold: der Goldgehalt ist tatsächlich 95 bis 96 Prozent, während er bei europäischem Schmuckgold oft deutlich weniger ist.

Daraus lässt sich errechnen, dass der reine Goldwert eines Schmuckstückes von einem Baht Gewicht am 2. Dezember 1991 bei etwa 4324 Baht lag. Das heisst, dass man für ein Gold-Schmuckstück von einem Baht Gewicht, das man am 2. Dezember 1991 für 4800 Baht kaufte, tatsächlich für 4324 Baht Gold bekam, auf den Goldwert also gerade mal 11 Prozent draufbezahlte - für die Anfertigung, den Händlerprofit, und was als Unkosten sonst noch dazukommt. Da ist in vielen europäischen Ländern allein schon die Mehrwertsteuer höher!

Zwar hat zum 1. Januar 1992 auch Thailand die Mehrwertsteuer eingeführt. Was die Bestimmungen für den Goldhandel aber im einzelnen auch sein mögen - eine Mehrwertsteuer wird dem Kunden in den traditionellen Goldgeschäften bisher (Ende 1994) nicht berechnet. Und nach wie vor gehört Goldschmuck zu den besten Käufen in Thailand.


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Created: September 1, 1995 - Last updated: February 4, 2008