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Geschichte / Ayutthaya-Epoche
In Utong, einer Stadt in Zentral-Thailand, besteigt im Jahre 1350, nach dem Tod des Königs, der führende General des Königreiches selbst den Thron und nimmt den neuen Namen Rama Tibodi I an. Eine seiner ersten Regierungsentscheidungen ist es, die Hauptstadt des Reiches rund 50 Kilometer nach Osten, nach Ayutthaya, zu verlegen.
Schon 1352 erobert Ayutthaya das Khmer-Reich und verleiht es dem eigenen Hoheitsgebiet ein. Doch obwohl es Siam ist, welches das Khmer-Reich erobert, verläuft die kulturelle Beeinflussung in den folgenden Jahrzehnten eher in umgekehrter Richtung. Khmer-Sitten und Khmer-Kultur penetrieren Siam in weitaus stärkerem Masse als siamesische Kultur und siamesische Sitten das vormalige Khmer-Reich. Unter den Khmer-Importen sind zum Beispiel Sklaverei und das Konzept einer absoluten Monarchie.
In einem viermonatigen Krieg belagern im Jahre 1549 burmesische Truppen Ayutthaya. Es ist dies die erste von mehreren burmesischen Invasionen und thai-burmesischen Kriegen über einen Zeitraum von etwa 50 Jahren. Es wird angenommen, dass die Burmesen durch die Palastkämpfe in Ayutthaya zu der Invasion verleitet wurden, da man in Burma offensichtlich annahm, das innenpolitisch geschwächte Siam werde eine leichte Beute sein. Es ist Siams Pech, dass just zu der Zeit, da das Land der Thronfolgekämpfe wegen im Chaos liegt, das Nachbarland Burma von einer Folge fähiger Kriegskönige regiert wird. Dem ersten dieser Kriegskönige, Tabengshweti, der von 1531 bis 1550 herrscht, gelingt die Vereinigung Burmas mit einer territorialen Ausdehnung, die derjenigen des gegenwärtigen Burmas weitgehend entspricht. Schon dem damaligen burmesischen Reich werden die Fürstentümer der Mon (im Süden) und der Shan (im Norden) einverleibt. Nachdem König Tabengshweti im Jahre 1550 vergiftet wird, besteigt sein General und Schwager als König Bhueng Noreng (mit anderem Namen König Hanthawadi) den Thron; dieser ist nicht minder kriegerisch veranlagt als Tabengshweti.
Im Jahre 1563 marschiert wiederum eine burmesische Armee in Siam ein. Für diesen Feldzug hat der König von Burma, Bhueng Noreng, seine Truppen mit Mannschaften aus zahlreichen Vasallenstaaten verstärkt, von denen manche aus so östlichen Regionen wie dem heutigen Laos stammen. Historische Quellen behaupten, die burmesisch geführte Armee sei 200.000 Mann stark gewesen. Die burmesischen Truppen nehmen zunächst die siamesischen Städte Sawankalok und Pijai ein.
Da die Thais die burmesische Kriegstaktik falsch einschätzen, gelingt den Burmesen ein Jahr später ein Überraschungsangriff auf Ayutthaya. König Chakrapat wendet die drohende Zerstörung der Stadt ab, indem er sich auf einen für Burma überaus vorteilhaften Friedensvertrag einlässt, dessen Bedingungen vom burmesischen König Bhueng Noreng diktiert worden waren.
Trotz des Friedensvertrages halten die Kriegswirren in den folgenden Jahren an, und am 30, August 1569 fällt Ayutthaya nach einer burmesischen Belagerung von sieben Monaten zum erstenmal in der Geschichte der Stadt. Der Sieg des burmesischen Königs Bhueng Noreng und seines Thai-Bundesgenosen Khun Pirentorateps (Prinz Maha Tammarajas) beruht jedoch nicht auf der Tapferkeit der Belagerer, sondern auf einem Hoch- und Landesverrat, den sich wahrscheinlich Prinz Maha Tammaraja ausgedacht hatte. Es gelang den Belagerern nämlich, den Verräter Pijai Chakri nach Ayutthaya hineinzuschmuggeln. Pijai Chakri war von den Burmesen im Jahre 1563 als Geisel nach Burma entführt und dort einer totalen Gehirnwäsche unterzogen worden. Es gelang ihm, nach Ayutthaya eingelassen zu werden, indem er eines Tages vor den Toren der Stadt auftauchte - zurechtgemacht als entlaufener Gefangener. Er erschlich sich das Vertrauen König Mahins, indem er behauptete, es sei ihm gelungen, aus der burmesischen Gefangenschaft zu entfliehen, und versichert, mit allen Kräften verhindern zu wollen, dass Ayutthaya von den Burmesen eingenommen werde. In einem Akt schier unglaublichen Leichtsinns wird Pijai Chakri die Verantwortung für wichtige Verteidigungsanlagen übergeben. Heimlich gibt er jedoch Informationen an die Belagerer, und als die Burmesen zum Endangriff ansetzen, schwächt er bewusst die Verteidigung in einem Abschnitt, durch den die burmesischen Truppen schliesslich in die Stadt eindringen.
15 Jahre nach dem Fall Ayutthayas, am 3. Mai 1584 kündigt Prinz Naresuan, mit Einverständnis seines Vaters, König Maha Tammaraja, den Burmesen das Vasallenverhältnis auf. Im Dezember des selben Jahres marschiert eine burmesische Armee, deren Stärke auf 300.000 Mann geschätzt wurde, in Siam ein. Prinz Naresuan schwächt die burmesische Armee mit einer Politik der verbrannten Erde. Er zieht siamesische Einheiten aus dem Aufmarschgebiet der Burmesen ab, hinterlässt aber nur brennende Dörfer und Städte, die den burmesischen Truppen nichts mehr nützen können. Die burmesische Invasion schlägt fehl.
Nach dem Tod König Prasattongs im Jahre 1655 werden Fragen der Thronfolge wieder einmal mit dem Säbel entschieden. Nachfolger Prasattongs ist zunächst dessen ältester Sohn, Prinz Chao Fa Yai. Der Onkel des neuen Königs, Prinz Srisutammaraja, und sein eigener Bruder, Prinz Narai, konspirieren jedoch gegen Chao Fa Yai, entführen ihn und richten ihn auf königliche Weise hin - das heisst, der Thronfolger wird in einen Samtsack eingeschnürt und mit Keulen aus Sandelholz totgeschlagen. Prinz Srisutammaraja wird daraufhin zum neuen König gekrönt, sein Bundesgenosse, Prinz Narai wird zum stellvertretenden König ernannt.
Ein paar Monate später führt Prinz Narai, der schon zuvor keine Skrupel gehabt hatte, seinen eigenen Bruder totzuschlagen, eine Palastrevolte gegen seinen zum König gekrönten Onkel an. Die Kämpfe im Palast dauern mehrere Tage an und enden damit, dass der König hingerichtet wird - wie üblich auf "königliche Art und Weise" (siehe oben). In einer Publikation der thailändischen Fremdenverkehrsbehörde ist davon die Rede, Prinz Narai sei zur Rebellion gereizt worden, da König Srisutammaraja die jüngere Schwester Prinz Narais mit Annäherungsversuchen belästigt habe. Sei's drum, Narai wurde zum neuen König gekrönt, und er regierte Siam für 32 Jahre, bis 1688. Während seiner langen Regierungszeit öffnet sich Siam weit dem europäischen Einfluss, durch den das Land einen ersten Modernisierungsschub erfährt - allerdings nicht mit Bezug auf die politische Kultur.
In den Jahren 1758-1760 ist es Siams Pech, dass wieder einmal just zu der Zeit, als es selbst von einem nur bedingt fähigen König regiert wird, eine neue mächtige Dynastie im benachbarten Burma an die Macht kommt. Nachdem Burma über Jahrzehnte mehr oder weniger desintegriert gewesen war, wird das Land von einem militärisch talentierten Fürsten von Moksobo (Shwebo), dem späteren König Alaungsaya, in einer atemberaubenden Serie ständiger Siege vereinigt. 1759 marschiert König Alaungsaya in Siam ein und erobert für Burma die Städte Tavoy, Mergui und Tenasserim (auf heute südburmesischem Gebiet).
Im April 1760 belagert König Alaungsaya Ayutthaya. Der siamesische König Ekatat ahnt, dass er der Führungs-Herausforderung nicht gewachsen ist und bittet deshalb seinen jüngeren Bruder, den vormaligen König Utumpon, vorübergehend in seinem, Ekatats, Namen die Regierung und militärische Leitung der Verteidigung zu übernehmen. Allerdings ist es kurz darauf nicht Utumpons Geschick, sondern ein militärischer Unfall im burmesischen Lager, der Ayutthaya rettet. Denn als der burmesische König Alaungsaya sich schwer verletzt, während er selbst eine Kanone bedient, entscheidet er sich für einen Rückzug nach Burma. König Alaungsaya stirbt noch während des Rückzugs.
Aber schon im Juni 1765 belagert die Burmesen einen neuen Feldzug gegen Siam, und zwar diesmal mit zwei Armeen, einer, die von Chiang Mai aus nach Süden vordringt, und einer zweiten, die von Westen her in Richtung Ayutthaya marschiert.
Im Februar 1766 beginnen die Burmesen erneut mit einer Belagerung Ayutthayas. König Ekatat bietet seinem jüngeren Bruder Utumpon wiederum eine temporäre Königswürde an, doch diesmal lehnt Utumpon ab. Einige Wochen nach Beginn der Belagerung gelingt es einem General Ekatats, Chao Phaya Taksin, mit einer Truppe von rund 500 Mann den burmesischen Belagerungsring zu durchbrechen und aus Ayutthaya zu fliehen. Taksin ist der Sohn eines chinesischen Vaters und einer siamesischen Mutter. Sein ursprünglicher Name ist Hai Hong. Der Name Taksin wurde ihm nachträglich verliehen, da er für einige Jahre Gouverneur der Provinz Tak gewesen war.
Nach einer 14-monatigen Belagerung fällt Ayutthaya am 7. April 1767 und König Ekatat flieht. Diesmal kennen die Burmesen kein Erbarmen und brennen die Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Das Ziel ist nicht wie 198 Jahre zuvor, Siam zu einem Vasallen Burmas zu machen, sondern es von der politischen Landkarte zu löschen.
Im Glauben, sein Ziel, Siam auszulöschen, erreicht zu haben, zieht sich der burmesische König Mongra im Mai 1767 mit seiner Hauptarmee nach Burma zurück und belässt auf siamesischem Territorium nur eine kleine Besatzungstruppe. In der Zwischenzeit hält sich Chao Phaya Taksin mit seiner 500-Mann Armee im östlichen Siam versteckt, da dort die burmesische Macht am schwächsten ist. Taksin verbündet sich zunächst mit dem Gouverneur der östlichsten siamesischen Provinz Chantaburi, doch es bricht zwischen den beiden Männern Führungsneid aus. Dies führt zu einem kurzen Konflikt, in dem Taksin obsiegt, ein Umstand, der ihn de facto zum Herrscher über das östliche Siam macht.
Im Dezember 1767 verlegt Taksin die Hauptstadt des siamesischen Reiches nach Thonburi, wo er sich als neuer König krönen lässt.
Nachdem Taksin zum unumschränkten Herrscher über Thailand geworden ist, bricht im März 1782 in Thonburi eine Revolte gegen König Taksin aus, von dem gesagt wird, er sei wahnsinnig geworden. Die Rebellion ist erfolgreich, und Taksin wird gefangengesetzt. Chao Phaya Chakri, der oberste General Taksins, eilt aus Kambodscha zurück nach Thonburi, allerdings nicht mit der Absicht, den gefangengesetzten König zu befreien. Ein Rat der Generäle Taksins beschliesst die Hinrichtung des Königs, die sofort vollstreckt wird. Chao Phaya Chakri wird daraufhin zum neuen König gekrönt. Es ist dies die Geburtsstunde der Chakri-Dynastie, die bis heute den thailändischen Thron besetzt.
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http://www.asiatour.com/thailand/d-01land/dt-lan71.htm
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