Myanmar (Burma) / Geschichte / Kolonialzeit
1824 Ausbruch des ersten Anglo-Burmesischen Krieges, 1826 wird der Friedensvertrag von Yandabo geschlossen. Die Burmesen treten das alte Fürstentum Arakan im Westen des burmesischen Reiches, sowie die Provinz Tenasserim im Süden Myanmars, an die Briten ab.
Nachdem burmesische Behörden 1852 zwei britische Kapitäne inhaftiert und erst gegen Lösegeld wieder freigelassen haben, bricht der zweite Anglo-Burmesischen Krieg aus. Ohne besondere Anstrengungen besetzen die Briten Yangon und das südliche Myanmar.
1853 besteigt Mindon Min als Nachfolger seines für Grausamkeiten berüchtigten Bruders Bagan Min den burmesischen Thron und modernisiert während seiner Herrschaft, die bis zu seinem Tod im Jahre 1878 dauert, den burmesischen Staat; 1857 verlegt er den Sitz seiner Regierung ausserdem in die von ihm neu gegründete Stadt Mandalay.
Nach dem Tod Mindon Mins 1878 wird Thibaw neuer burmesischer König. Unter seiner Herrschaft verschlechtern sich die Beziehungen zum Britischen Empire.
Wiederum ist 1886 ein Handelskonflikt Anlass zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen dem britischen Empire und dem burmesischen Staat, bzw. des von den Briten noch nicht besetzten Rest des Landes. Nach einem kurzen Feldzug besetzen die Briten während des dritten Anglo-Burmesischen Krieges auch das nördliche Myanmar und die dortige Hauptstadt Mandalay. Damit gerät das gesamte Myanmar unter britische Kolonialherrschaft. In den folgenden Jahrzehnten führen Infrastruktur-Massnahmen der Kolonialherren zu einem in Myanmar beispiellosen wirtschaftlichen Boom. Von 1855 bis 1930 verzehnfacht sich die für den Reis-Anbau genutzte Fläche im Irrrawaddy-Delta auf rund 4 Millionen Hektar.
1930 kommt es zunächst in Yangon, danach auch in anderen Städten Myanmars, zu anti-indischen Ausschreitungen. In den vorangegangenen Jahrzehnten hatten die britischen Kolonialherren getreu der Maxime Teile und Herrsche in grosser Zahl indische Verwaltungsbeamte nach Myanmar gebracht, und auf diese folgten in noch grösserer Zahl indische Siedler.
Zwischen 1930 und 1942 agitieren burmesische Nationalisten, insbesondere im All-Burma Student Movement unter der Führung von Aung San und U Nu, zunehmend für ein Ende der Kolonialherrschaft und burmesische Souveränität.
Photo: Gemälde im Strand-Hotel, dessen Geschichte bis in die Kolonial-Zeit zurückreicht.
1936 gewähren die Briten Myanmar einen gewissen Grad von Autonomie, und 1937 wird das Land, nachdem es jahrzehntelang Bestandteil der Kronkolonie Indien gewesen war, eigenständige Kolonie im Britischen Empire. Die Briten erlauben Myanmar eine eigene Verfassung und ein eigenes Parlament.
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