Laos / Luang Prabang / Nationalmuseum
Photo: Das Nationalmuseum
Bis zur kommunistischen Machtübernahme im Jahr 1975 war dieses
Gebäude direkt gegenüber vom Stadtfelsen der Königspalast.
Das Gebäude selbst ist nicht besonders alt; mit dem Bau,
der immerhin 20 Jahre in Anspruch nahm, wurde erst 1904 begonnen.
Aber es enthält spektakuläre Kunstgegenstände.
Die wichtigste Attraktion ist dabei allerdings nur in einer Kopie
zu bewundern: eine kleinen Buddha-Statue mit Namen Pra Bang.
Aus dem Namen dieser Statue leitet sich der Name der Stadt ab:
Luang Prabang, wobei das Luang eine Abkürzung von Nakhon
Luang = Hauptstadt ist. Pra = heilig, weshalb sich
Luang Prabang als Hauptstadt des heiligen Bang übersetzen
liesse.
Das Original der Statue wurde aus 80% Gold gefertigt;
es ist 83 Zentimeter hoch und wiegt etwa 50 Kilogramm. Aus Sicherheitsgründen
befindet sich das Original der Statue angeblich in einem Banktresor.
Von der Statue, die als Kopie im Museum ausgestellt ist, wird
behauptet, sie sei im ersten Jahrhundert der christlichen
Zeitrechnung auf Ceylon gefertigt worden. Im elften Jahrhundert
befand sich die Statue im Khmer-Reich (dem heutigen Kambodscha);
von dort wurde sie vom laotischen König Fa Ngoum,
der eine Khmer-Prinzessin geheiratet hatte, nach Luang Prabang
gebracht.
Als König Setthathirat Vientiane zur Hauptstadt
des laotischen Reiches machte, nahm er die Statue dorthin mit.
1779 wurde sie von Siamesen geraubt, 1839 aber zurückgegeben.
Die Statue gilt den laotischen Buddhisten als ihr wichtigstes
Heiligtum.