Nachdem die Franzosen Süd-Vietnam als Kolonie annektiert
und Kambodscha zum französischen Protektorat gemacht hatten,
schicken die Franzosen 1868 eine erste Expedition nach
Laos, um die Mekong-Handelsroute nach China zu erforschen.
1886 erhält Frankreich von Siam, das damals die Oberhoheit
über weite Teile von Laos innehat, die Erlaubnis, ein Vize-Konsulat
in Luang Prabang einzurichten. Ohne dass Waffengewalt angewendet
werden müsste, veranlasst Frankreich 1887 Siam, weite
Teile von Laos zu räumen.
1893 erklärt Frankreich den Mekong als Grenze
zwischen Laos und Siam. Siam bleibt nicht anderes übrig,
als den einseitigen Beschluss des militärisch weit überlegenen
Frankreich zu akzeptieren. Laos wird offiziell zum französischen
Protektorat. Allerdings hält sich das französische
Interesse an Laos über die nächsten Jahrzehnte stark
in Grenzen. Zur Verwaltung des Protektorats bringt Frankreich
vietnamesische Beamte ins Land. Aber Frankreich tut wenig,
um Laos wirtschaftlich zu entwickeln.
Nachdem deutsche Truppen Frankreich eroberten, besetzen japanische
Truppen im September 1940 Indochina, ohne dass ihnen
Widerstand geleistet wird. Offiziell ist davon die Rede, dass
die französische Kolonialmacht den japanischen Truppen die
Nutzung aller militärischen Anlagen überlässt;
die französische Kolonialverwaltung bleibt dafür im
Amt. Für Laos bringen die Jahre des Zweiten Weltkriegs daher
weniger Kriegshandlungen und weniger Zerstörung mit sich
als zum Beispiel in den heftig umkämpften südostasiatischen
Staaten Burma und Philippinen. Doch im März 1945 setzen
die japanischen Besatzungstruppen die französische Kolonialverwaltung
ab.
Mit der japanischen Kapitulation am 14. August 1945
endet der Zweite Weltkrieg in Ostasien. Frankreich versucht,
sich in Laos wieder als Kolonialmacht zu etablieren.
Am 1. September 1945 erklärt Laos sich für unabhängig.
Frankreich weigert sich, dies anzuerkennen, und schickt Truppen
nach Laos. Im Land beginnt ein Guerilla-Krieg gegen die französische
Kolonialmacht.