Photo: Süd-Tor zum Angkor Thom
Angkor Thom ist die Innere Königsstadt, die Ende des 12. Jahrhunderts
in der Herrschaftszeit von König Jayavarman VII gebaut wurde, nachdem
Angkor kurz zuvor von den Chams erobert und gebrandschatzt worden
war. Diese Innere Königsstadt wurde als quadratische Anlage gebaut und
mit einem rund 100 Meter breiten Graben und einem 8 Meter hohen Wall eingegrenzt.
Angkor Thom ist geometrisch ausgerichtet: Nicht nur ist die Grundfläche
ein Quadrat; die Seiten dieses Quadrates verlaufen genau in Nord-Süd- und
in Ost-West-Richtung. Jeweils genau in der Mitte jedes Walls befindet sich
ein Tor, das sich auf einen Damm mit Strasse über den breiten Graben öffnet.
Genau in der geometrischen Mitte Angkor Thoms befindet sich die von
König Jayavarman VII angelegte Tempelanlage Bayon. Diese Tempelanlage
hat den Archäologen einige Rätsel aufgegeben, weil sie nicht im selben
Sinne wie Angkor Wat zur hinduistischen Mythologie passt. Es wird deshalb
angenommen, dass von König Jayaverman VII buddhistische Glaubenselemente
in das religiöse System Angkors eingeführt wurden, die allerdings nach
dem Tod von Jayavarman VII zunächst wieder aufgegeben worden waren.
Der Palast-Bereich Angkor Thoms liegt unmittelbar nördlich des
Bayon. In den Grundzügen wurden diese Gebäude schon rund 150 Jahre vor
dem Bau Angkor Thoms, in der Herrschaftszeit von Suryavarman I angelegt.
Aus dem Zentrum des Palast-Komplexes erhob sich der Himmlische Palast,
Phimeanakas. Den ersten Teil einer Nacht verbrachte der Khmer-König stets
im obersten Bereich dieses Himmlischen Palastes, wo er, so die Überlieferung,
eine geschlechtliche Vereinigung mit der Sonnenkönigin hatte.
Mehrere hohe Terrassen innerhalb Angkor Thoms dienten in erster Linie
zeremoniellen Zwecken, zum Teil auch Feuerbestattungen.