Der Königspalast, gelegen zwischen der 184. Strasse und der
240. Strasse, wurde im Jahre 1866 von den Franzosen gebaut. Der
Eingang befindet sich am Sandech Sothearoh Boulevard, dem
früheren Lenin Boulevard, unweit des Ufers des Flusses
Tonle Sap.
Photo: Thronhalle auf dem Gelände des Königspalastes.
Innerhalb der Mauern liegen verschiedene Gebäude, von denen
die Thronhalle das wichtigste ist. Dieses Gebäude
im Khmer-Stil wurde erst 1917 gebaut. Es dient lediglich zu besonderen
Anlässen wie der Krönung eines neuen Königs und
zum Empfang ausländischer Botschafter. Zur Thronhalle gehört
ein 59 Meter hoher Turm.
Südlich der Thronhalle liegen die Königliche Schatzkammer
und die Villa Napoleons III. Diese Villa war 1866 gebaut
worden, allerdings nicht in Kambodscha, sondern in Ägypten.
Dort diente sie im besagten Jahr der französischen Kaiserin
Eugenie als Unterkunft während der Zeremonie zur Eröffnung
des Suez-Kanals. Ein Jahr später schenkte Napoleon III
die Villa dem kambodschanischen König.
Photo: Silberne Pagode.
Der nördliche Bereich des Palastgeländes dient der Silbernen
Pagode. Die überwiegend aus Holz errichtete Pagode wurde
1866 von König Norodom erbaut und 1962 von Sihanouk erweitert.
Der Name der Pagode wird von dem Umstand hergeleitet, dass der
Boden der Pagode mit über 5000 Silberblöcken ausgelegt
ist, deren Gewicht mehr als 6 Tonnen beträgt. Bei einem Besuch
der Silbernen Pagode ist darauf zu achten, dass keine Shorts oder
Hüte getragen werden. Der Eintritt kostet 2 US-Dollar pro
Person; wer einen Photo-Apparat mit sich führt, bezahlt dafür
weitere 2 US-Dollar; für eine Video-Kamera beträgt der
zusätzliche Eintritt 5 US-Dollar.
Die wichtigste Buddha-Statue in dem Tempel ist, wie übrigens
auch im Königstempel in Bangkok, ein Smaragd-Buddha...
der allerdings nicht wirklich aus Smaragd(en), sondern aus Bakkarat-Kristall
gearbeitet wurde. Die Statue stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Hinter dem Smaragd-Buddha befindet sich eine weitere Buddha-Statue...
diese aus 90 Kilogramm Gold und geschmückt mit 9584
Diamanten. Sie stammt aus dem Jahre 1906.
Die Innenseite der rund 600 Meter langen Umfassungsmauer der Silbernen
Pagode ist mit Wandmalereien geschmückt, die Szenen
aus dem Ramayana-Epos darstellen. Östlich der Pagode
steht ein Reiterstandbild König Norodoms - doch eigentlich
ist es ein Reiterstandbild des französischen Kaisers Napoleon
III. Von der Originalstatue wurde lediglich der Kopf entfernt
und durch eine Abbildung König Norodoms ersetzt.
Photo: Wandmalerei, bestechend in Lebendigkeit und Farbintensität