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Jan Garanoz
Thanon Pemavipat
Chiang Rai, 57000
Thailand




Kambodscha / Phnom Penh / Die Stadt

Strassenkreuzung
Photo: Blick auf die Hauptverkehrsader der kambodchanischen Hauptstadt. den Achar-Mean-Boulevard.

Phnom Penh, gelegen an der Mündung der Flüsse Tonle Sap und Bassac in den Mekong, wurde 1372 von der reichen Khmer-Frau Penh als kleines Kloster gegründet, nachdem sie in einem Baumstamm am Mekong-Ufer vier Buddha-Statuen gefunden hatte. Sie errichtete das Kloster auf einem Hügel in der Nähe des Mekong-Ufers. Das kambodschanische Wort für Hügel ist Phnom. Der Name der Stadt ist also korrekt als Hügel der Penh übersetzt.

Bezeichnenderweise geht die Geschichte Phnom Penhs also auf eine Episode zurück, in der die buddhistische Religion eine Rolle spielt. Im Gegensatz dazu war die damalige Hauptstadt der Khmer, Angkor, vom hinduistischen Glauben bestimmt - auch wenn dort seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts der Buddhismus den Hinduismus überlagerte. (Die beiden Religionen sind in Südost-Asien ohnehin zu einem viel höheren Grad vermischt, als dies auf den ersten Blick deutlich wird. Zahlreiche buddhistische Tempel auch in Thailand enthalten Altäre für hinduistische Gottheiten, insbesondere Brahma, und die Einzelheiten der königlichen Pflugzeremonie in Bangkok werden von brahmanischen, nicht buddhistischen Palast-Priestern festgelegt... ebenso wie thailändische Krönungsmodalitäten.)

Nachdem die Siamesen im Jahre 1431 Angkor erobert hatten und daraufhin der Khmer-Adel, der sich der siamesischen Oberhoheit nicht unterwerfen wollte, aus Angkor geflohen war, wurde 1434 Phnom Penh, nur 64 Jahre nach Gründung des buddhistischen Klosters, als Hauptstadt der Khmers etabliert. Allerdings gelang es den Khmers von Phnom Penh aus nicht, ein Reich aufzubauen, das auch nur annähernd den Glanz Angkors gehabt hätte.

Tatsächlich war das von Phnom Penh aus regierte Königreich der Khmer für lange Zeitabschnitte nicht einmal wirklich selbstständig, sondern stand abwechselnd unter dem Einfluss, oder der direkten Herrschaft, entweder der Vietnamesen oder der Thais. Und für über 400 Jahre, bis die Franzosen Kambodscha zu ihrem Protektorat machten, bestand das Staatsgeschäft in Phnom Penh hauptsächlich darin, zwischen diesen zwei mächtigen Nachbarstaaten zu balancieren.

Am 17. April 1864 akzeptierte der kambodschanische König Norodom für sein Land den Status eines französischen Protektorats. König Norodom erwartete von den Franzosen, dass sie Kambodscha gegen die Nachbarländer Siam und Vietnam schützen würden. Zwar verhinderten die französischen „Beschützer" nicht, dass sich das damals starke Siam (Thailand) vorübergehend westliche Landes-teile (einschliesslich der Stadt Battambang) einverleibte.

Kolonial-Architektur
Photo: Französische Kolonial-Architektur, heute allerdings zu einem Grossteil reperaturbedürftig, findet sich verstreut über die ganze Stadt.

Längerfristig verhinderte das kambodschanische Königshaus jedoch mit der Anerkennung französischer Oberhoheit, dass Siam (Thailand) und Vietnam das kambodschanische Reich gänzlich unter sich aufteilten. In den vorangegangenen Jahrhunderten waren die Gebietverluste an die Vietnamesen übrigens die bedeutenderen gewesen. Denn das Mekong-Delta, eigentlich das ganze heutige Süd-Vietnam war bis ins 18. Jahrhundert kambodschanischer Siedlungsraum.

Die Franzosen bauten während ihrer knapp 90jährigen Kolonialherrschaft Phnom Penh nach ihrem architektonischen Geschmack aus. Es wurden breite Boulevards angelegt und der Stadt insgesamt ein Hauch mediteranärer Atmosphäre gegeben. Doch während des Vietnamkrieges schwoll die Stadt auf über 2 Millionen Einwohner an, und in dieser Zeit glich sie in Teilen mehr einem beengten Flüchtlingslager als einer grosszügig gebauten französischen Metropole.

22 Jahre nach Ende der französischen Kolonialherrschaft, am 17. April 1975, marschierten die Khmer Rouge in Phnom Penh ein. Über 2 Millionen Einwohner Phnom Penhs wurden in Arbeitslager in der Provinz verschleppt; Phnom- Penh wurde zur Geisterstadt.

Nach zunehmenden Zwischenfällen an der kambodschanisch-vietnamesischen Grenze besetzten vietnamesische Truppen Kambodscha und, am 7. Januar 1979, auch Phnom Penh. Die Stadt hat inzwischen wieder über eine Million Einwohner.

Hotel Le Royal
Photo: Das altehrwürdige Hotel Le Royal, Stützpunkt der Journalisten während des Vietnam-Krieges, hat seine Pforten seit Ende Juni 1994 geschlossen. Das freut zahlreiche Kinder, die inzwischen den Swimming Pool des Hotels in Besitz genommen haben. Die Betreiber des Raffles in Singapur wollen das Le Royal restaurieren und mit Neubauten ergänzen, um es in ein Luxus-Hotel mit über 200 Betten zu verwandeln.

In den vergangenen Jahren, seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Paris im Jahre 1991, hat Phnom Penh, trotz des inzwischen in abgelegenen Landesteilen wieder schwelenden Bürgerkriegs, einen beispiellosen wirtschaftlichen Boom erlebt. Obwohl die Strassen und die Kanalisation (von den Khmer Rouge zerstört) noch weitgehend unrepariert sind, wurden in der Stadt zahlreiche moderne Hotels gebaut.


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Created: September 1, 1995  -  Last updated: February 20, 2008