Frankreich entlässt Kambodscha am 9. November 1953 in
die Unabhängigkeit, und König Norodom Sihanouk
kehrt nach Kambodscha zurück.
Um der Beschränkung durch die kambodschanische Verfassung
zu entgehen, wonach dem Monarchen nur Repräsentationsfunktionen
zufallen, dankt Norodom Sihanouk 1955 zugunsten seines
Vaters Norodom Suramarit als König ab und wird Politiker.
Bei Wahlen 1955, 1958, 1962 und 1966 gewinnt die
Partei Norodom Sihanouks jeden Parlamentssitz.
US-Kampfflugzeuge beginnen im März 1969 mit dem Bombardement
Kambodschas, um die Nachschubwege des Vietcong zu unterbrechen.
Die Bombardements dauern bis 1973.
Während Sihanouk zu einem Staatsbesuch in Moskau weilt, putsch
1970 in Phnom Penh Marschall Lon Nol. Er schafft
die Monarchie ab und erklärt Kambodscha zur Republik. Sihanouk
geht nach Peking ins Exil, wo er einer Exilregierung unter Beteiligung
der Khmer Rouge vorsteht. Die Khmer Rouge erobern
in den nächsten Jahren immer weitere Regionen Kambodschas,
bis schliesslich nur noch Phnom Penh unter Kontrolle der Lon-Nol-Regierung
ist.
Photo: Khmer-Rouge-Folterknechte bringen einen Häftling zum Verhör - Darstellung aus dem Tuol-Sleng-Museum, dem früheren Foltergefängnis der Khmer Rouge.
Am 17. April 1975 marschieren die Khmer Rouge in
Phnom Penh ein. Innerhalb weniger Tage werden in grosser Zahl
Kambodschaner exekutioniert, die im Lon-Nol-Regime Funktionen
innehatten. Über 2 Millionen Einwohner Phnom Penhs
werden in Arbeitslager in der Provinz verschleppt; Phnom Penh
wird zur Geisterstadt. Die gesamte Wirtschaft des Landes wird
kollektiviert, Geld wird schlichtweg abgeschafft. Die Folge
sind Hungersnöte und Epidemien. Über eine Million
Kambodschaner fallen in den nächsten 44 Monaten dem Terror-Regime
der Khmer Rouge zum Opfer. Flüchtlinge, die Thailand
erreichen, berichten von unsäglichen Grausamkeiten: der Hinrichtung
von Kindern, nur weil sie nicht in Bauernfamilien geboren
waren, oder von vietnamesischen oder chinesischen Eltern abstammten.
Wer im Verdacht stand, gebildet oder einer Händlerfamilie
angehörig zu sein, wurde ermordet: totgeschlagen, nicht erschossen...
um Munition zu sparen.
Nach einer Serie von Übergriffen an der kambodschanisch-vietnamesischen
Grenze marschiert am 25. Dezember 1978 die vietnamesische
Armee in Kambodscha ein. Am 7. Januar 1979 besetzen
vietnamesische Truppen Phnom Penh. Eine Vietnam-freundliche Regierung
wird installiert, der zuvor nach Vietnam geflohene Khmer-Rouge-Guerilla
Heng Samrin zum Präsidenten ernannt. Die neue kambodschanische
Regierung wird von westlichen Staaten nicht anerkannt.
Photo: Grabstein für 166 Opfer der Khmer Rouge.
1982 schliessen sich drei kambodschanische Widerstandsgruppen,
ausser den Khmer Rouge die Nationale Front für
ein unabhängiges, neutrales, friedliches und kooperatives
Kambodscha, FUNCINPEC des Prinzen Sihanouk, sowie die antikommunistische
Khmer People's National Liberation Front des früheren
Premierministers Son Sann, zu einer Koalition zusammen, deren
Ziel die Vertreibung der vietnamesischen Besatzungstruppen ist.
1989 zieht Vietnam seine Truppen aus Kambodscha ab. Die
von Vietnam installierte Regierung in Phnom Penh und die 3 Widerstandsgruppen,
unter ihnen die Khmer Rouge, unterzeichnen in Paris am
23. Oktober 1991 ein Friedensabkommen. Drei Wochen später,
am 14. November 1991, kehrt Prinz Sihanouk nach Phnom Penh
zurück. Die Bevölkerung der Hauptstadt bereitet ihm
einen enthusiastischen Empfang.
1992 übernimmt die United Nations Transitory Authority
in Cambodia, UNTAC, die Regierung und Verwaltung des Landes.
Die Khmer Rouge halten sich nicht an die in Paris getroffene
Vereinbarung, die Waffen abzugeben.
Bei Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung unter Aufsicht
der UN am 23. Mai 1993 gewinnt die FUNCINPEC 45
% der Stimmen, die Cambodia People's Party der von den
Vietnamesen installierten Regierung erreicht 38 %. Die FUNCINPEC
und die CPP vereinbaren eine Koalitionsregierung.