Das Bruttosozialprodukt per Capita liegt in Kambodscha bei 1266
US-Dollar pro Jahr.
Dazu ist zu sagen, dass es sich hierbei um eine Zahl handelt,
die nach dem neuen System internationaler Organisationen wie der
Weltbank ermittelt wurde.
Nach dem alten System wurde das Bruttosozialprodukt eines Landes
zuerst in Landeswährung ermittelt und dann nach dem internationalen
Kurs in Dollar umgerechnet.
Aber wer auf der Welt will schon kambodschanische Riel?
Das neue Umrechnungssystem funktioniert anders. Dabei wird das
per Capita anfallenden Bruttosozialprodukt nicht zunächst
in einer Währung ausgedrückt, sondern in Kaufkraft.
Also: das in Kambodscha per Capita erwirtschaftete Bruttosozialprodukt
entspricht einer Kaufkraft, die ausreichend ist, um so und so
viele Kilo Reis, Fleisch, Waschmittel, etc., zu kaufen.
Während das durchschnittliche Bruttosozialprodukt per Capita
in Kambodscha bei 1266 US-Dollar liegt, ist es in Thailand
5665 US-Dollar, in Vietnam aber sogar niedriger als
in Kambodscha, nämlich 1263 US-Dollar per Capita. In Afghanistan
dagegen ist es gerade mal 760 US-Dollar und in Burma sogar
nur 676 US-Dollar pro Jahr - also nur etwas mehr als die Hälfte
des kambodschanischen Wertes.
Nun heisst dies aber natürlich nicht, dass es dem Durchschnitts-Kambodschaner
wirtschaftlich besser geht als dem Durchschnitts-Vietnamesen.
Denn erstens wird in Kambodscha nach wie vor ein substantieller
Teil des per Capita erwirtschafteten Bruttosozialprodukts auf
staatlicher, bzw. politischer Ebene für Kriegsmaterial
ausgegeben; zweitens fangen die heutigen Kambodschaner auf
einer niedrigeren Stufe von Per-Capita-Vermögen an zu wirtschaften;
drittens wird durch Kriegshandlungen ein substantieller
Anteil des erwirtschafteten Bruttosozialprodukts wieder zerstört;
und viertens ist die Einkommensverteilung in Kambodscha weniger
gleichmässig.
Tatsache ist, dass es dem durchschnittlichen Kambodschaner eindeutig
schlechter geht als dem durchschnittlichen Vietnamesen. Dafür
ist weniger das per Capita erwirtschaftete Bruttosozialprodukt
ein Anhaltspunkt als vielmehr die durchschnittliche Lebenserwartung
oder die ärztliche Versorgung (siehe oben).
Wofür jedoch das per Capita erwirtschaftete Bruttosozialprodukt
ein Anhaltspunkt ist, das ist der natürliche Reichtum
eines Landes. Kambodscha müsste kein armes Land sein,
wie das unter ungünstigsten Verhältnissen erwirtschaftete
Bruttosozialprodukt per Capita aufzeigt. Denn Kambodscha verfügt
über weite Wälder edelster Hölzer und über
die ergiebigsten Edelsteinminen der Welt (wenn man Diamanten
hier nicht einbezieht). Das Land ist überwiegend eine fruchtbare
Ebene, die von einem der mächtigsten Flüsse Asiens,
dem Mekong, bewässert wird.
Tatsächlich könnte Kambodscha ein reiches Land sein.
Die Voraussetzungen dafür sind viele Male günstiger
als die Äthiopiens, oder der Türkei, oder Perus, oder
Ägyptens, oder Afghanistans, oder des Irak......
Allein, ohne inneren Frieden lässt sich das Potential
nicht ausschöpfen.
So kommt es, dass das kaufkraftbereinigte Bruttosozialprodukt
per Capita in Kambodscha nur 1266 US-Dollar pro Jahr beträgt,
während es in Thailand bei 5665 US-Dollar, auf den Philippinen
bei 2440 US-Dollar und in China bei 2413 US-Dollar pro Kopf und
Jahr liegt. Zum Vergleich: in Deutschland liegt das kaufkraftbereinigte
Bruttosozialprodukt per Capita pro Jahr bei 20.165 US-Dollar und
in den USA sogar bei 22.595 US-Dollar.